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123 Seehof

Johann Baptist Berger über das Haus Nr. 123 (Bachstraße 15)  im Jahre 1916:

Zum Seehof. Baute ebenfalls Baptist Meichle, an Stelle eines kleinen Häuschens, das hier stand und dem Magnus  Gall gehörte, der im Dorfbach, fast an der Landstraße droben, verunglückte. Die  Wittwe  heurathete den Grenzaufseher Hupfer, der ein Kauflädchen anfing.
Als er das alte Rathaus kaufte, kamen Mietleute darin. Zuerst A. Weißhaupt, dann einige Grenzaufseher. In der oberen Ecke war ein Dienstzimmerchen für die Grenzaufseher. Hinten war ein Schuppen angebaut der dem Schiffwirt , wo er Gips, mit dem er handelte, aufbewahrte.
Dieses alles stand manchmal als Inselchen im See,  wenn er hoch war. Der Platz wurde um vieles aufgefüllt, ehe das neue Haus gebaut wurde. An Ostern 1885 eröffnete Meichle die neue Wirtschaft.
 

Elfriede Mohr über das Haus 2004:

Johann Baptist Meichle übergab seinem Sohn Gustav, dieser  seiner Tochter Berta.   Berta Meichle heiratete den Alois Rebstein. Die Tochter, Alis Hallerbach geb. Rebstein übernahm, und übergab ihren beiden Söhnen, Jürgen und Frank . Diese zwei Söhne betreiben heute das  Hotel Seehof  in  gehobener Klasse.
Berta und Alois Rebstein waren gute Wirtsleute. Berta stand in der Küche hinter dem Herd, der Alois war in  der Wirtschaft zuständig. Auch zog er das Gemüse für die Küche auf einem großen Stück Land in der Kiesgrube im Krezergang. Den guten Kaiserstühler Wein lagerte er im gewölbten Keller bei Frau Thum, der heutigen Vogtei.
Jäger war er auch noch und man erzählt, daß er manch Nickerchen auf dem Hochstand gemacht habe. Auch hatte er einmal beim Entenschießen eine weiße Hausente erwischt und den Zorn der Besitzerin auf sich gezogen.
Seine Frau Berta hatte Erbe von ihrem Großvater dem Alt Sonnenwirt, Theaterdirektor, Komödiant und Schreiber Johann Baptist Berger mitbekommen. Berta war im damaligen Laientheater  immer einer Rolle gewiß, die sie mit Bravour meisterte. Mit gekonnter Mimik  konnte sie Stauße Mathild parodieren. Schnell steckte sie sich ein Haarnestchen  auf den Hinterkopf, ein langes, großes Küchenmesser schob sie den Rücken runter, kratzte sich.  Ihre Mimik war treffend, gerunzelte Stirn, Bollaugen wütender Gesichtsausdruck.   Unvergeßlich ist auch ein Auftritt im Adlersaal anläßlich eines Sportlerballes in der Fasnacht mit ihrer Schwester Marie Zinsmaier: Boxkampf Joe Lous - Max  Schmeling.  Marie Zinsmaier war groß und dick, der Körper schwarz bemalt. Mit funkelnden Augen kämpfte Berta gegen  ihre  Schwester Marie.
Alois konnte dieses alles nicht sehen!   Nie hat er einen  Auftritt seiner Frau angesehen. Nach dem Krieg war im Seehof die Kommandantur der Franzosen. Damals  war bei der  Bevölkerung Schmalhans in der Küche. Berta führte in der Küche das Regiment. Da kamen ab und zu Freunde hinten zur Küche herein. Ob da vielleicht etwas abfällt? Ein Viertele? Die  Seehofwirtin machte aus ihrer Abneigung gegen die Besatzer keinen Hehl, würzte manchmal deren Spätzle mit ihrer Spucke.

Seehof 1935

Das Haus Nr. 123, Seehof, um 1935   (Postkarte)

 

GH160130017aa Adalbert Kühnle 2016

Aus dem ähnlichen Blickwinkel heute - 2016 -  (Bild: Adalbert Kühnle, Foto-Gruppe-Dornier e.V.)

 

Seehof um 1960

Und so sah der Seehof  um 1960 aus   (Postkarte)

 

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