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Adler

Mitten im Dorf und mit mehr als 300-jähriger Geschichte ist der Gasthof Adler ein nicht wegzudenkender Teil des Lebens in Immenstaad.

Ohne Titel-12

Seit über 50 Jahren wird der Adler bereits von Familie Kobl geführt. Das Betriebsjubiläum wird am 13. und 14. Juni 2015 groß gefeiert.

Alex und Lina Kobl übernahmen den Adler 1965 vom früheren Adlerwirt Edwin Gleichauf. Von Anfang an war der Gasthof ein echtes Familienunternehmen. Die vier Kinder der Wirtsleute, drei Töchter und ein Sohn, damals im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, packten ganz selbstverständlich mit an. Sohn Karl-Heinz absolvierte eine Ausbildung zum Koch und war im Anschluss zusammen mit Mutter Lina für die Küche im Adler zuständig. Heute ist der Hotelchef immer noch in der Küche tätig. Unterstützt wird die Familie von langjährigen Mitarbeitern. Küchenchef Thomas Kempista ist zum Beispiel schon 15 Jahre im Familienbetrieb.

Legendärer Adler-Saal

Berta Kobl, Ehefrau von Karl Heinz Kobl, ist seit über 40 Jahren mit Leib und Seele für den Service im Adler zuständig. Sie kennt noch die Zeiten, als der Adler Mittelpunkt des Gemeindelebens war. Eine zentrale Rolle spielte dabei der legendäre Adlersaal im ersten Stock. „Neuzeitlicher Saal, 400 Personen fassend“, ist in einem alten Verzeichnis der Immenstaader Gasthöfe über den Adlersaal zu lesen. Der Verkehrsverein Immenstaad hat es noch in der Zeit von Wirt Edwin Gleichauf drucken lassen. Auch in den Anfangsjahren der Familie Kobl im Adler wurde im Adlersaal noch viel gefeiert und getanzt. „Bei den Tanzveranstaltungen haben sich viele Ehepaare kennengelernt“, weiß Berta Kobl. Manche haben darin auch ihre Hochzeit gefeiert. Viele Feste fanden dort statt, von der Familienfeier bis zur Immenstaader Saalfasnet. Für Bauerntheater und sogar als Kino wurde der Saal genutzt. Durch den Bau der Linzgauhalle verlor der Saal seine Bedeutung. An seiner Stelle erweiterte die Familie 1973 das Hotel um neun Doppel- und zwei Einzelzimmer. 50 Betten konnte das Hotel anschließend bieten. Ins Restaurant passen etwa 80 Gäste und ein kleiner Saal bietet weiteren 50 Gästen Platz. 1975 konnte Familie Kobl den ersten Bus mit Urlaubsgästen begrüßen. „Der Bus hieß Ostsee-Kurier“, weiß die Adlerwirtin immer noch. Auch heute noch machen Busreisende, Individualreisende, Geschäftsreisende und zunehmend auch Touristen, die per Fahrrad unterwegs sind, das Gros der Gäste in den 60 Betten des Adlers aus. Karl-Heinz Kobl übernahm den elterlichen Betrieb offiziell 1986. Im Jahr davor war das Hotel um einen Anbau mit weiteren Zimmern erweitert worden. 1996 wurde die Fassade erneuert und auch eine Rezeption eingebaut. „Mein Opa hat die Zimmerschlüssel den Gästen noch über die Theke in der Gaststube gereicht“, erinnert sich Simone Kobl, die im elterlichen Betrieb mitarbeitet. Als gelernte Bankkaufrau kümmert sie sich nicht nur um die finanziellen Angelegenheiten des Betriebs. Was sie in ihrer zweiten Ausbildung als Hotelfachfrau in der Krone in Schnetzenhausen gelernt hat, kommt bei ihren Aufgaben im Hotel zur Geltung. Auch ihre jüngere Schwester Melanie ist gelernte Hotelfachfrau. Sie hat ihre Ausbildung im Petershof in Konstanz gemacht, Berufserfahrung auch in Wintersportorten gesammelt und arbeitet ebenfalls im Familienbetrieb. „Unsere Eltern haben uns nie gedrängt, in die Gastronomie zu gehen“, betont Simone Kobl, „sie haben uns und unserem Bruder die Berufswahl offen gelassen. Wir Mädchen haben uns für die Gastronomie entschieden“. Auch Simone Kobls Lebensgefährte Dirk Neumann ist Teil des Adler-Familienteams. Das jüngste Familienmitglied, Sohn Jannik, ist neun Monate alt und läutet schon die nächste Generation ein.

Biergarten-Flair seit 2003

Den gemütlichen Biergarten hat die Familie Kobl zwischen 2002 und 2003 gebaut. Hier erinnern viele dekorative Dinge an frühere Zeiten im Adler. Er erfreut sich vor allem im Sommer großer Beliebtheit bei den Gästen und soll auch beim Jubiläum zum Feiern genutzt werden.

 

 

Interessanter Fund im November 2016

Im November 2016 wurde bei Umbauarbeiten im Adler im 1. OG ein unerwarteter, interessanter Fund gemacht: Ein 220 Jahre altes Deckenbrett mit Inschrift

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Auf dem Foto ist die rote Schrift (in Rötel ?) wegen der vielen Gipsflecken schlecht zu entziffern. Doch als ich das Wort "Karl" in der 1. Zeile las, erinnerte ich mich gleich an einen Adlerwirt um 1800 mit Nachnamen KARL, nämlich Cyrill(us) Karl (*1765 in Deilingen +1821 in Immenstaad). Er war von Beruf  Chirurg (Bader) und Hebarzt, verheiratet mit Veronika Viktoria Neuppin, ohne Kinder, und hat den Adler  1793 für 1293 Gulden von Matthäus Spießmacher, Metzger, gekauft. Weitere biographischen Angaben sind zu finden in unserem Familienbuch Seite 573. Sein Verwandter (Bruder? Onkel ?) war Franz Xaver Karl (* um 1748 in Deilingen, ertrunken 1809 in der Lippach), Obervogt in Immenstaad seit um 1782.

Zu lesen ist also in 4  Zeilen:   (Cyri))llus Karl prakt. Arzt / (Veroni)ka Neuppin [danach ein kurzes Wort] /  renoviert (?) im Jahr /  1792 und 1796

Der Adler war ein Lehen von Fürstenberg; Karl mußte also nicht nur den Kaufpreis, sondern auch jährlich eine Lehnsgebühr an Fürstenberg zahlen, nämlich „zinst auf Michaelis 8 Gulden“ (die nach 1806 abgelöst wurden).

Was die Inschrift bedeutet und warum sie so auf das Deckenbrett geschrieben wurde (sicher von Karl selbst), bleibt unklar.

Auch die Jahreszahlen sind rätselhaft; 1792 könnte heißen, daß er schon vor 1793 Pächter war; und im Jahr 1796 hat er wohl renoviert. Zumindest beweist das Brett, daß bei all den Renovierungen in der langen Zeit die Decke des 1. Obergeschosses erhalten blieb!

Heimatverein Immenstaad, Wolfgang Trogus

Link zur Homepage des Gasthofs Adler in Immenstaad

 

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