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46 Hirschen

Johann Baptist Berger über das Haus Nr. 46 im Jahre 1916:

„s Beke Friedles Wirtschaft „ war ein altes, einstökiges, formloses Haus, das nicht einmal eine Hausthüre hatte, denn man mußte durch das Scheuerthor eintretten. Das einziges Wirtschaftslokal war eine große Stube, in der ein riesiger Bakofen stand.
Und denoch war diese Spelunke stehs gut besucht. In der Kulturkampfzeit war sie das Stammlokal der Zentrumsparthei, so daß sie im Volksmund: „ Der römische Hof „ genant wurde. Der erste Besitzer, den ich kannte, war Friedrich König, (genant Bekenfriedle) sein Vater, der Beken Peter, soll noch einen Haarzopf getragen haben. Der späthere Besitzer Joseph König brach das alte Gebäud fast ganz ab und stellte das jetzige zweistökige Haus mit einem Saal her. Nun hieß man die Wirtschaft: „s Beken Sepers“ . Als er starb, betrieb die Wittwe mit ihren Kindern das Geschäft fort. Der Saal war ende er siebenziger Jahre das Lokal deß von Hr. Pfarrer Michael Stang gegründeten katolischen Männervereins, der aber 1882 schon wieder aufgelöst wurde, weil sich der damalige Hr. Pfarrer Eduard Ruf wegen zu schroffem Auftretten bei Abschaffung der Kirchenmusik äußerst unbeliebt machte. Späther übernahm Bernhard  König das Geschäft, gab die Bäkerei auf und gab der Wirtschaft den Namen: “Zum Hirschen”
 

Elfriede Mohr über das Haus 2004:

Eigentlich finde ich es schade, daß der Name  „Römischer Hof„ nicht weiter für den Hirschen Verwendung hatte. Bernhard König war der     Bruder des Bürgermeisters Gottfried König.   Der alte Hirschenwirt Bernhard hatte ein Hüftleiden,  das ihm beim Gehen Schwierigkeiten machte.  Seine Frau war eine gute Köchin, sie machte ihrem Namen keine Ehre, denn sie war sehr dünn. Das gut bürgerliche Essen wurde von der Küche über einen breiten Gang mit schwarz-weiß belegten Fließen zur Durchreiche in die Gaststube gebracht.
Mein Vater ging jeden Sonntag Mittag gegen drei Uhr zum Viertele in den Hirschen, wo sich immer die gleiche Runde Männer traf. Gegen sechs Uhr kam er wieder zurück, denn dann mußte er  den Stall besorgen.
In der Bombennacht 1944 brannte das ganze Gebäude völlig ab. Berthold König, Sohn des Bernhard, baute den Hirschen in der jetzigen Form im Jahre 1948 wieder auf. Sein Sohn Klaus führte das Gasthaus in bewährter Weise weiter. Er hat zwei Töchter, die aber leider den Betrieb nicht übernehmen wollen.
Besonders beliebt ist seit Jahren der Stammtisch   in der Küche, und am „Schmotzige  Dunschtig“ di sure Kuttle! .
 

Der Betrieb im Hirschen wurde zum Jahresende 2016 eingestellt, im Mai 2017 wurde das inzwischen fast 70 Jahre alte Gebäude abgerissen und machte Platz für zwei große Wohn- und Geschäftshäuser, die im Frühjahr 2019 bezogen werden.

42 Hauptstra beim Hirschen um 1900
Die Hauptstraße, rechts der alte Hirschen  um 1900  (Postkarte)

 

GH160307009aa Adalbert Kühnle 2016 geschnitten

Und so sieht diese Stelle aus ähnlichem Blickwinkel heute - 2016 - aus

Bild: Adalbert Kühnle, Foto-Gruppe-Dornier e.V.

 

Hirschen um 1935 mit Blick in die Bachstraße

Hirschen, um 1935 mit Blick in die Bachstraße

 

Hirschen Neubau 24.4.1948 Zimmerer Urban Fischbach Maurer Heinrich Hiestand Immenstaad

Hirschen, Neubau am 24.4.1948; Zimmerer Urban, Fischbach; Maurer Heinrich Hiestand, Immenstaad

 

Link zum Video von Bernhard Wrobel über die letzten Wochen des Hirschen in Immenstaad mit einem Überblick über dessen Geschichte; Isolde und Klaus König

Der selbe Film in HD-Qualität

 

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